Der Verein PERFORMAGE führt im Juni 2025 das erste Theaterfestival mit Produktionen mit Menschen im Alter 60+ durch. Es werden Projekte aus der Deutschschweiz, der Romandie, dem Tessin und Deutschland zu sehen und zu erleben sein.
19.15 Uhr Festivaleröffnung durch
«Zopf ab»
Zopf ab mit der Opferrolle. Als Forscher*innen werfen wir lieber Fragen auf und graben tiefer im Menschlichen. Wir durchsuchen die Regeln des Zusammenlebens und experimentieren entlang ihrer Grenzen und Verschiedenheiten. Wie können wir zusammenstehen und was treibt uns auseinander? Ist nach dem Urknall tatsächlich etwas fürchterlich falsch gelaufen und marschiert neben mir bereits ein Geist? Sind wir schon dabei, die Kontrolle zu verlieren? Ein Musiker kombiniert und variiert live mit musikalischen Elementen.
Choreographie/Konzept: Angelika Aechter und Katrin Oettli
Komposition & Live-Musik: Ralf Buron
Video: Katrin Oettli
Performance: Hanna Brunner, Alojz J. Cerar, Agatha Gachnang, Katharina Haas, Barbara Halter, Heidemarie Hirschauer, Monika Imfeld, Verena Kromer, Oda Ursula Müller-Ruff, Hannah Munz, Monika Schär-Walder, Luce-Hélène Tardent, Monika Waldmeier, Christina Widmer
«DAS OPFER DES FRÜHLINGSOPFERS»
Bei uns sind Alle Opfer, obwohl wir uns dem Opferthema gar nicht annehmen: Wir nähern uns dem legendären Werk von Strawinsky direkt über die Partitur und spielen die Noten mit unseren Körpern. Unser Körperorchester mit den Teilnehmenden des TT3F setzt sich direkt und bedingungslos der wuchtigen Musik aus und verdingt sich quasi als Opfer der eigenen 25-Jahr Feierlichkeiten. Neben dem Dirigenten, der dem Geschehen genauso ausgeliefert ist wie das TT3F, stürmen – zur Feier des Grossanlasses - ab und an zwei Profitänzerinnen und Studierende der Hochschule für Heilpädagogik Zürich (HfH) die Bühne und mischen das Geschehen auf.
Konzept/Choreografie: Philipp Egli
Assistenz: Laura Haller
Profitänzerin: Mara Peyer
Dirigent: Hanspeter Blatter
Tänzer*innen TT3F: Helmut Dasing, Marie Egli, Janine Marie Gehri, Elvi Leu, Margrith Nagel, Doris Schellenberg, Ursula Tobler, Renate Zimmermann
Tänzer*innen HfH: Michèle Breu, Sarah Christ, Laura Haller, Ledna Oettli, Andrea Cattel, Bettina Knecht, Manuel Siegrist
Verwendete Musikaufnahme:
The Rite of Spring, Royal Liverpool Orchestra, Vasily Petrenko, Onyx Classics
Für beide Produktionen:
Konzept/Produktionsleitung: Roger Nydegger, Janina Kriszun
Bühne/Kostüme: Doris Berger, Sona Nydegger, Karin Giezendanner
Maske: Mira Frehner
Technik: Flavio von Burg/Karin Gizendanner
1997 haben sich der Regisseur Roger Nydegger, die Produzentin Charlotte Madörin und die Choreografinnen Meret Schlegel und Franzisca Schaub zusammengefunden, um anlässlich des Jubiläums «150 Jahre Bundesstaat» in Zusammenarbeit mit den Zürcher Festspielen und dem Theater der Nationen ein Tanztheater mit älteren Leuten auf die Bühne zu bringen. Uns interessierte, wie der Dialog zwischen den Generationen künstlerisch umgesetzt werden kann und was passiert, wenn jüngere professionelle Tanz- und Theaterschaffende mit Laiendarsteller*innen ab 60 Jahren ein Tanztheater entwickeln.
Es meldeten sich über 150 Menschen zwischen 60 und 82 Jahren, die sich von unserer Ausschreibung «Die Würde des alternden Körpers» angesprochen fühlten.
Mit der ersten Produktion des Stücks «ohn end» war das Tanztheater Dritter Frühling - kurz TT3F - geboren. Nach der Premiere im Theatersaal Rigiblick im Juni 1998 tourte das Stück durch die ganze Schweiz und Deutschland. Einladungen zu renommierten Festivals (u.a. Berner Tanztage, Festival de Nyon) folgten. Über eine Zeitspanne von 23 Jahren etablierte sich so ein Produktionszentrum von generationsübergreifenden und professionell erarbeiteten Tanztheaterstücken von und mit Menschen über 60. Der im Jahr 2000 gegründete Verein unterstützt und fördert die Anliegen des TT3F.
Das TT3F hat 2020 den Preis für Kulturelle Teilhabe des Kantons Zürich erhalten und wurde im Frühling 2021 vom Bundesamt für Kultur mit einem Unterstützungsbeitrag «Kulturerbe Tanz» für das Projekt «Moebius Strip» (2020) ausgezeichnet. Das TT3F wird seit 2019 regelmässig von der Otto Beisheim Stiftung und diversen anderen Stiftungen und öffentlichen Institutionen unterstützt.